Eine Wasservergiftung kann entstehen, wenn der Körper im Verhältnis zur verfügbaren Natriummenge zu viel Wasser zurückhält. Der Natriumwert im Blut fällt ab; das wird Hyponatriämie genannt. Wasser kann in Zellen einströmen und besonders im Gehirn eine gefährliche Schwellung verursachen.
Wie kann es dazu kommen?
Sehr große Trinkmengen in kurzer Zeit können die Ausscheidung überfordern, etwa bei Trinkwettbewerben oder erzwungenem Trinken. Auch lang andauernder Sport mit übermäßiger Flüssigkeitszufuhr kann ein Risiko sein. Nicht jede Hyponatriämie entsteht jedoch durch zu viel Trinken: Erkrankungen, hormonelle Störungen und Medikamente können den Wasserhaushalt ebenfalls verändern.
Warnzeichen ernst nehmen
Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sind unspezifisch. Treten sie nach ungewöhnlich hoher Flüssigkeitsaufnahme auf, sollte nicht automatisch noch mehr Wasser gegen eine vermutete Austrocknung getrunken werden. Die Ursache muss medizinisch beurteilt werden.
Neue Verwirrtheit, Krampfanfälle oder Bewusstseinsstörungen sind ein Notfall und erfordern sofort medizinische Hilfe. Eine Wasservergiftung lässt sich zu Hause nicht sicher anhand der Symptome bestätigen oder ausschließen. Dafür sind insbesondere Blutuntersuchungen und die Beurteilung des Verlaufs nötig.
Keine Selbstbehandlung mit Salz
Salz essen, Entwässerungsmittel einnehmen oder die Trinkmenge eigenmächtig drastisch ändern ist keine sichere Behandlung. Die erforderlichen Maßnahmen hängen von Ursache, Beschwerden und Geschwindigkeit des Natriumabfalls ab. Auch eine zu schnelle medizinische Korrektur kann schaden; die Behandlung gehört in fachliche Hände.
Vorbeugen ohne starre Literregel
Trinken nicht erzwingen und keine Wettbewerbe mit großen Wassermengen veranstalten. Eine einzige tägliche Literzahl passt nicht zu jeder Person und Situation. Bei Herz- oder Nierenerkrankungen sowie verordneten Trinkbegrenzungen den individuellen Plan befolgen. Medikamente nicht selbstständig absetzen. Auch ein Elektrolytgetränk schützt nicht zuverlässig vor den Folgen übermäßigen Trinkens.
Häufige Fragen
Ist jeder niedrige Natriumwert eine Wasservergiftung?
Nein. Verschiedene Erkrankungen und Medikamente können beteiligt sein; die Ursache muss abgeklärt werden.
Kann man die Gefahr an einer festen Trinkmenge erkennen?
Nein. Geschwindigkeit, Ausscheidung, Belastung und Gesundheitszustand beeinflussen das Risiko.