Kurz erklärt: Kamille wird traditionell als Tee und in anderen Zubereitungen verwendet. Eine sogenannte Rollkur – also bestimmte Lagerungspositionen nach dem Trinken – ist traditionell bekannt, aber nicht als klar wirksame Behandlung durch robuste Studien belegt.
Was ist zu Kamille bekannt?
| Anwendung | Einordnung |
|---|---|
| Tee als Lebensmittel | Für die meisten Menschen gut verträglich |
| Magen-Darm-Beschwerden | Traditionelle Verwendung, Evidenz begrenzt |
| Schlaf/Insomnie | Keine überzeugende Wirksamkeit belegt |
| Allergie | Bei Korbblütler-Allergie möglich |
NCCIH bewertet die klinische Evidenz für viele Kamille-Anwendungen als unzureichend und weist auf mögliche Allergien und Arzneimittelinteraktionen hin.[1]
Was ist eine Rollkur?
Bei der traditionellen Variante wird Kamillentee getrunken und anschließend in verschiedenen Körperlagen geruht. Die Vorstellung, dadurch werde der Magen gezielt „ausgekleidet“ oder geheilt, ist wissenschaftlich nicht belegt.
Sicherheit
Kamille kann bei Menschen mit Allergie gegen Korbblütler Reaktionen auslösen. Wechselwirkungen wurden unter anderem mit Warfarin beschrieben; auch bei sedierenden Medikamenten ist Vorsicht sinnvoll.
Wann keine Selbstbehandlung
Anhaltende Oberbauchschmerzen, Blut im Stuhl, Gewichtsverlust, wiederholtes Erbrechen oder starke Schluckbeschwerden gehören medizinisch abgeklärt.
FAQ zur Kamillen-Rollkur
Heilt eine Rollkur Gastritis?
Dafür gibt es keine belastbare Evidenz.
Kann Kamillentee beruhigend wirken?
Viele Menschen empfinden ihn als angenehm, klinische Effekte sind jedoch je nach Beschwerde unterschiedlich belegt.
Ist Kamille immer allergiefrei?
Nein.
Kann Kamille mit Medikamenten interagieren?
Ja, unter anderem sind Wechselwirkungen mit Warfarin beschrieben.
Fazit
Eine Kamillen-Rollkur kann ein beruhigendes Ritual sein. Sie sollte jedoch nicht als bewiesene Behandlung für Magen- oder andere Erkrankungen dargestellt werden.