Intensives Atmen und Luftanhalten gehören niemals ins Wasser oder in Situationen, in denen eine Ohnmacht gefährlich wäre. Das gilt auch vor dem Tauchen und während des Fahrens. Dieser Beitrag erklärt die Einordnung der Wim-Hof-Methode, nicht ein Atemanhalte- oder Kältetraining zum Nachmachen. [1]
Drei Bestandteile, unterschiedliche Fragen
Die Methode verbindet spezielle Atemübungen, Kältereize und mentale Übungen. Diese Kombination wurde unter Forschungsbedingungen untersucht. Daraus folgt nicht, dass jede einzelne Komponente unabhängig denselben Effekt erzielt oder dass möglichst intensive Anwendung am besten wäre. [2]
| Bestandteil | Wichtige Einordnung |
|---|---|
| Intensive Atemübungen | Keine Übung im Wasser, beim Fahren oder mit Sturzgefahr. |
| Kälteexposition | Eigene Risiken für Atmung, Kreislauf und sichere Rückkehr berücksichtigen. |
| Mentale Übungen | Subjektive Erfahrung nicht mit einem Krankheitsnachweis gleichsetzen. |
| Gesamtes Trainingspaket | Ergebnisse nicht ungeprüft einzelnen Bestandteilen zuschreiben. |
Was das Experiment von 2014 zeigte
Kox und Kollegen verglichen zwölf trainierte mit zwölf untrainierten gesunden Männern. Nach einem kontrollierten Endotoxinreiz zeigten sich unter anderem veränderte Adrenalin- und Entzündungsreaktionen sowie weniger grippeähnliche Beschwerden in der trainierten Gruppe. Es handelte sich nicht um die Behandlung einer echten Infektion oder einer chronischen Autoimmunerkrankung. [2]
Das Ergebnis ist eine Forschungsbeobachtung unter engen Bedingungen. Es rechtfertigt nicht die Aussage, man könne sein Immunsystem beliebig steuern, Krankheiten wegatmen oder verordnete Behandlungen ersetzen.
Die wichtigste Trennung: Atemübung und Wasser
Die eigene Anbieterseite warnt vor möglichem Bewusstseinsverlust und verlangt einen sicheren sitzenden oder liegenden Ort. Sie warnt ausdrücklich vor Übungen im Wasser und beim Fahren. Diese Anbieterhinweise werden hier als Warnung zitiert, nicht als unabhängiger Wirksamkeitsbeleg. [1]
Schwindel, ausgeprägtes Kribbeln oder Unwohlsein sind kein Leistungsziel. Beenden Sie die Übung und atmen Sie normal weiter. Bei Ohnmacht oder anhaltenden starken Beschwerden ist medizinische Hilfe erforderlich. Es gibt keinen Grund, für einen Zeitrekord Warnzeichen zu übergehen.
Kaltwasser ist kein harmloser Zusatz
Die Wasserrettungsorganisation RNLI beschreibt, dass kaltes Wasser unwillkürliches Luftschnappen, Kontrollverlust über die Atmung und eine starke Kreislaufbelastung auslösen kann. Die erste Gefahr besteht nicht erst nach langem Auskühlen. [3]
Eine Atemtechnik hebt dieses Risiko nicht auf. Dieser Überblick gibt deshalb weder eine Zieltemperatur noch eine Aufenthaltsdauer oder Atemanhaltezeit vor. Bei Vorerkrankungen oder unklarer Eignung sollten intensive Selbstversuche unterbleiben und die Frage fachlich geklärt werden.
Häufige Fragen
Darf ich die Atemübungen im Bad oder Pool machen?
Nein. Intensive Atemübungen und Luftanhalten dürfen nicht mit Wasseraktivitäten verbunden werden.
Beweist die Studie eine Heilung von Infektionen?
Nein. Untersucht wurde ein kontrollierter Endotoxinreiz bei gesunden Männern.
Ist eine stärkere Reaktion immer besser?
Nein. Schwindel oder Unwohlsein sind kein Beleg für einen größeren Nutzen.
Kann Kälte meine Behandlung ersetzen?
Aus den genannten Befunden folgt keine solche Empfehlung.
Weiterlesen: Kälte, Stresshormone und Entzündungsversprechen und Erholung ohne Leistungsdruck.
Quellen
[1] Wim Hof Method: Breathing exercises, ausschließlich Anbieter-Sicherheitshinweise. [2] Kox et al., PNAS, 2014. [3] RNLI: Cold water shock. Quellen im Text; redaktionell geprüft am 29. September 2026. Keine Anleitung für riskante Atem- oder Wasserübungen.