Was Ist Kolloidales Silber

Kolloidales Silber ist eine ganz bestimmte Verwendungsform des Edelmetalls Silber. Bei ihm handelt es sich um feine, kaum sichtbare Partikel von Silber, die frei im Wasser schweben.

Silber als Edelmetall

Silber selbst ist ein Edelmetall, das in zahlreichen Formen auftritt. Die Nutzung als kolloidales Silber ist nur eine mögliche. Silber findet sich zum Beispiel in Schmuck aller Art, aber auch im Haushalt und in der industriellen Verwendung. Auch die Größe der Verwendungsformen unterscheidet sich. Deutlich sichtbarer als die feinen Silberpartikel des kolloidalen Silbers sind zum Beispiel Fäden oder Drähte, die aus Silber bestehen. Das kolloidale Silber hingegen gehört zur Gruppe des Mikro- und Nanosilbers. Diese Formen sind mit bloßem Auge nicht erkennbar.

In der Chemie ist das Silber an der 47. Stelle des Periodensystems positioniert. Sein chemischer Name ist „Argentum“ – abgekürzt mit dem Zeichen „Ag“. Kolloidales Silber wird ebenfalls in der Chemie behandelt. Hierbei hat es die Bezeichnung „Argentum colloidale“ erhalten. Außerhalb des Forschungslabors ist es auch als „Silbersol“ oder „Silberwasser“ bekannt geworden.

Kolloidales Silber – seine Entstehung

Die Basis für kolloidales Silber ist elementares, also reines Silber, aus dem eine flüssige Dispersion hergestellt wird. Die beiden Bestandteile dieser Dispersion sind das Silber selbst, sowie destilliertes Wasser (oder eine andere geeignete Flüssigkeit). Das Silber wird in einer sehr feinen Form im Wasser gelöst. Dabei bleiben die einzelnen Silberpartikel als solche im Wasser erhalten – sie lösen sich also nicht im Wasser auf. Das kolloidale Silber ist eine Unterform der möglichen flüssigen Dispersionen, die bei der Zusammenführung von Silber und Wasser entstehen können.

Kolloidales Silber gehört zu der Gruppe der flüssigen Dispersionen mit Silber und Wasser, die als „kolloid dispers“ bezeichnet werden. Diese Gruppe zeichnet sich dadurch aus, dass die einzelnen Partikel zwischen einem Nanometer und einem Mikrometer groß sind. Daneben gibt es die Grippe „molekular dispers“, bei der die Partikel kleiner als ein Nanometer sind. Außerdem existiert die dritte Gruppe „grob dispers“, die dann vorliegt, wenn die Partikel größer als ein Mikrometer sind.

Die feine, aber nicht zu geringe Partikelgröße des kolloidalen Silbers lässt sich erreichen, wenn sichergestellt wird, dass sich positiv geladene Silber-Ionen im destillierten Wasser lösen. Diese Partikelgröße gilt als ideal geeignet, um im menschlichen Organismus die positiven Reaktionen hervorzurufen, die dem kolloidalen Silber zugeschrieben werden. Das gilt vor allem für die antimikrobielle Wirkung, die ein häufiger Anwendungsgrund für diese besondere Form des Silbers ist.

Kolloidales Silber erkennen

Auch, wenn die einzelnen Silberpartikel als solche nicht mit bloßem Auge erkennbar sind, ist es möglich, kolloidales Silber anhand seiner optischen Eigenschaften zu beurteilen. Da die Partikel sehr fein sind, ist der Unterschied zu herkömmlichem Wasser allerdings nur anhand bestimmter Eigenschaften zu erkennen. Das Silberwasser kann, wenn die Konzentration der Silber-Ionen besonders hoch ist, eine gelbliche Farbe annehmen. Weiterhin kann es auch einen leicht metallischen Geschmack besitzen. Dieser ist nur leicht wahrnehmbar und auch nicht immer vorhanden. Wenn das kolloidale Silber wie herkömmliches Wasser riecht und schmeckt, ist das kein Hinweis auf eine schlechte Qualität.

Die Verwendung von Silber in der Medizingeschichte

Um die Wirkung des kolloidalen Silbers zu beurteilen, ist die Betrachtung der Geschichte seiner Verwendung sinnvoll.

Silber in der Medizin der Antike

Silber wird bereits seit Jahrtausenden in der Medizin verwendet. Bereits für die Antike lässt sich seine Anwendung nachweisen. Seine positive Wirkung auf den Organismus wurde von der breiten Bevölkerung, aber auch gezielt von Medizinern genutzt. Hierbei kam vor allem feines Blattsilber zum Einsatz, das Teil von Verbänden wurde. Hier diente es dazu, der Infektion von Wunden vorzubeugen. Außerdem sollte es die Heilung der Wunden fördern. In Ägypten kam auch Silberpulver zum Einsatz. Dabei wurde das Pulver auf Wunden aufgetragen oder – gelöst in Wasser – eingenommen.

Da die traditionelle chinesische Medizin (TCM) für den modernen Menschen immer bedeutsamer wird, lohnt sich auch ein Blick auf die Verwendung von Silber in ihrem Bereich. Hier ist vor allem bemerkenswert, dass Akupunkturnadeln aus Silber hergestellt wurden und werden, um die antimikrobielle Wirkung des Edelmetalls auszunutzen.

Interessant ist auch der Blick auf den Einsatz von Silber im Ayurveda. Neben dem Einsatz gegen Entzündungen und Infektionen tritt es hier auch im Kampf gegen Lebererkrankungen und vorzeitige Alterung in Erscheinung.

Die Verwendung von Silber im Mittelalter

Paracelsus, ein bekannter Arzt und Philosoph des Mittelalters, nutzte ausleitende Bäder, denen Silberamalgam zugesetzt wurde. Diese sollten Quecksilber aus dem Körper des Patienten entfernen. Gegen Hautbeschwerden und Hämorrhoiden verwendete er Salben, denen Silber beigesetzt war. Konrad von Megenberg, ein Universalgelehrter und Regensburger Domherr, empfahl ebenfalls Silber als Zutat für Salben. Die Universalgelehrte und Äbtissin Hildegard von Bingen nutzte Silber auch in anderer Form. Bei ihr kam Silber über die Einnahme in Wein zum Einsatz – gegen Husten zum Beispiel. Die dem Silber zugeschriebene Heilwirkung war ein Grund dafür, warum es vom Adel als Silberbesteck und Silbergeschirr genutzt wurde.

Silber in der modernen Medizin – sein Einsatz als kolloidales Silber 

Die Verwendung von kolloidalem Silber lässt sich vor allem in das 19. und in das frühe 20. Jahrhundert zurückverfolgen. Hier nahm es eine wichtige Rolle in der Medizin ein. Nach und nach wurde es durch moderne Medikamente – vor allem Antibiotika – ersetzt. Seine Wirksamkeit gegen Infektionen geriet dadurch in Vergessenheit.

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