Melatonin steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus mit und wird auch in der Herz-Kreislauf-Forschung untersucht. Daraus folgt kein allgemeiner Schutz durch ein nächtliches Supplement. Eine Schlafbehandlung und eine Herztherapie brauchen jeweils eine eigene Begründung.
Was welche Forschung beantworten kann
| Untersuchung | Grenze der Aussage |
|---|---|
| Laborversuch zu oxidativem Stress | Beweist keine Verhinderung eines Herzinfarkts |
| Kleine Studie zu Blutdruckwerten | Ersetzt keine Prüfung klinischer Vorteile und Risiken |
| Beobachtung in Krankenakten | Kann Zusammenhänge zeigen, aber nicht allein Ursache und Wirkung |
Auch Sicherheitssignale richtig lesen
Die AHA berichtete 2025 über Krankenakten, in denen längerfristige Melatoninnutzung mit mehr Herzinsuffizienz verbunden war. Der vorläufige Kongressbefund beweist keine Ursache; unvollständig erfasste Einnahmen und Begleiterkrankungen begrenzen die Aussage.
Weder ein möglicher Laborvorteil noch ein beobachteter Risikozusammenhang reicht für eine eigenständige Therapieentscheidung. Die langfristige Sicherheit frei verwendeter Melatoninpräparate ist weiterhin nicht ausreichend geklärt. Eine Behandlung deshalb mit dem zuständigen Arzt besprechen, statt aus einer Schlagzeile die Dosis zu verändern.
Medikamentenliste gemeinsam prüfen
Besonders bei Blutdruckmitteln, Gerinnungshemmern und weiteren beruhigenden Stoffen ist eine Prüfung der gesamten Kombination wichtig. Schwindel oder Müdigkeit am Folgetag können die Sicherheit im Alltag beeinträchtigen. Bei Benommenheit nicht fahren oder Maschinen bedienen.
Herzmedikamente nicht eigenständig absetzen oder durch Melatonin ersetzen. Bei neuem Brustschmerz, Atemnot oder Ohnmacht sofort medizinische Hilfe suchen. Anhaltende Schlafprobleme gehören unabhängig von einem vermeintlichen Herzschutz abgeklärt.
Häufige Fragen
Ist Melatonin ein bewiesenes Mittel gegen Herzinfarkt?
Nein. Aus der bisherigen Forschung folgt keine allgemeine Empfehlung zur Herzinfarktvorbeugung.
Beweist eine Beobachtungsstudie, dass Melatonin Herzschwäche verursacht?
Nein. Dafür müssen mögliche Störfaktoren und weitere Studien berücksichtigt werden.